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Zeitschrift der Zukunft. Und umgekehrt.

Es gilt immer noch das als Erkenntnis verkaufte Missverständnis, dass “die Leute online keine langen Texte lesen” und deshalb das Internet, frei nach Giovanni di Lorenzo, kein “originär journalistisches Medium” sei. Es ist ein bisschen, als hätte ein Autofahrer seinen Schlüssel verloren, ihn stundenlang gesucht und nicht gefunden und würde nun behaupten, es gäbe einfach keine Autoschlüssel.

Sehr guter und lesenswerter Beitrag von Michalis Pantelouris auf "Print würgt" zur Zukunft der Zeitschrift. Aufhänger ist ein wahrlich beeindruckendes Video, mit dem die Macher des US-Magazins Sports Illustrated ihre Vorstellungen von der Zeitschrift der Zukunft präsentieren. Coming soon ...

Hut ab, die haben's kapiert!

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Ablass- schlägt Einzelhandel

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden: Der Sonntag bleibt heilig. Auch in Berlin, diesem gottlosen Moloch. "Ein Geschenk an die Gesellschaft" nennt das Katrin Göring-Eckardt, Bundestagsabgeordnete der Grünen und im Nebenberuf - jetzt bitte gut konzentrieren - "Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland".

Was sagt man, wenn man was geschenkt bekommt? Genau: Danke! Aber - so ganz unter uns: Wenn ich mich zwischen Kirche und Konsum entscheiden müsste, dann würde ich zu allen Zeiten lieber shoppen gehen. Die Wahl habe ich jetzt allerdings nicht mehr. Also doch fernsehen.

Na ja, ich selbst brauche den verkaufsoffenen Sonntag nicht unbedingt, bin allerdings sseit jeher der Meinung, dass man es einem Händler selbst überlassen sollte, wann er seinen Laden öffnet. Und seinen Kunden, wann sie bei ihm kaufen. Der gesunde Menschenverstand legt zudem nahe, beides in Einklang zu bringen.

Aber die Kirchen wussten ja schon immer am besten, was gut für uns ist.

Und die Gewerkschaft? Wenn's nach der ginge, würde die 18:30-Uhr-Regelung aus der Weimarer Republik noch heute gelten. Anstatt die seit den 1990er Jahren regelmäßig geführten Diskussionen um Lockerungen der Ladenöffnungszeiten dafür zu nutzen, Vorteile für die Beschäftigten herauszuschlagen, hat man sich wieder mal darauf beschränkt, einfach nur dagegen zu sein. Das Ergebnis ist bekannt.

Ein häufig genanntes Argument aller Gegner war, dass sich eine Verlängerung der Öffnungszeiten eh nicht lohnen würde, da keine nennenswerten Mehrumsätze zu erwarten wären. Abgesehen davon, dass es dazu auch andere Meinungen gibt: Dieser Punkt ist völlig irrelevant. Denn es wird ja niemand gezwungen, von 6 bis 22 Uhr zu öffnen. Es geht vielmehr darum, einen Händler selbst entscheiden zu lassen, wann es sich für ihn lohnt und wann nicht.

Aber das wäre ja viel zu einfach. Wo wir Deutsche doch Gesetze, Paragraphen und Verordnungen so lieben.

Nachtrag: Eigentlich sollte der Text schon letzte Woche hier erscheinen. Keine Ahnung, warum das nicht geklappt hat. Na ja, egal, liest ja eh keiner. ;-)

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Be a hero!

Skandinavische Nachhilfe in Sachen Kommunikation für die Schon-GEZahlt-Bürokraten aus Köln. Im "Danke-Film" des schwedischen Rundfunks kann jeder zum Helden werden. Einfach Bild hochladen und sich feiern lassen. Hier das Beispiel eines gewissen Jimmie:

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Junge oder Mädchen? Beides!

Notebook, Netbook, E-Book-Reader, Tablet-PC - ich warte ja schon lange darauf, dass irgend jemand die so nahe beieinander liegenden Technologien in einem einzigen Gerät zusammenbringt. Den Namen enTourage Systems hatte ich dabei allerdings ebenso wenig auf der Rechnung wie die Art der jetzt erfolgten Umsetzung: In Ermangelung einer verfügbaren Display-Technologie, welche die Vorzüge von e-Ink und LCD vereint, hat man eben von jedem eins genommen, ein Scharnier dazwischen gesetzt und das Ganze Dualbook getauft. Preis: 480 Dollar, verfügbar ab Februar 2010. So Gott will.

Die Bezeichnung "Dualbook" trifft es übrigens sehr genau: Während man auf dem e-Ink-Display links ein Buch liest, kann man sich auf dem LCD rechts gleichzeitig bei YouTube den Trailer zum Film ansehen, eine Rezension verfassen, die Biographie des Autors recherchieren oder sonstwas im Internet tun.

Klingt auf den ersten Blick logisch: Zwei Hände, zwei Augen, zwei Gehirnhälften - warum also nicht auch zwei Displays? Bei näherer Betrachtung (mit beiden Augen) schwant einem dann aber doch, dass die "gleichzeitige" Nutzung in der Praxis nahezu unmöglich sein dürfte und ein Display für alles, ergänzt um eine alltagstaugliche Tastatur, wohl doch die deutlich bessere Variante wäre.

Na ja, jetzt warten wir schon so lange auf die elektronische eWOMS, da kommt es auf die ein, zwei Jahre auch nicht mehr an.

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Danke, Adobe!


Na, wenn das keine günstige Gelegenheit ist: Lieferung der 1000-Euro-Software Photoshop jetzt frei Haus ohne Versandkosten! Natürlich zeitlich begrenzt, mit persönlichem Angebots-Code und nur solange der Vorrat reicht. Eigentlich wollte ich ja auf das kostenlose Gimp ausweichen, aber - mein Gott, bei einem solchen Angebot muss man doch zuschlagen!

Für sowas machen die ein Mailing.

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Wie sich Deutschland entblättert

»Kostenpflichtiger Universaljournalismus hat keine Zukunft«, sagt der Medienberater Alexander Kahlmann und meint damit die Zeitungen. Seine Firma hat mehr als hundert von ihnen beraten. Es ist merkwürdig: Auch der Operateur glaubt nicht an das Überleben seiner Patienten.

Anita Blasberg auf Zeit online mit einer gelungenen Bestandsaufnahme des Zeitungsjournalismus 2009 in Deutschland: "Deutschland, entblättert"

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Neuer Schicksalschlag für den Fußball

Man hält es für unfassbar, ist erschüttert, vom Schlag getroffen und am Boden zerstört. Nein, das ist nicht etwa eine verspätete Zusammenfassung von Reaktionen auf den Tod Robert Enkes, sondern die Widergabe aktueller Kommentare zum Wettbetrugsskandal im Fußball, geäußert von Leuten, die das Geschäft sehr gut kennen und selbst viel Geld damit verdienen.

Also, da muss ich doch mal zurückfragen: Seid ihr wirklich so naiv oder tut ihr nur so? Was, bitteschön, ist denn überraschend daran, dass Kriminelle versuchen, sich auf ihre Weise ein Stück vom milliardenschweren Fußballkuchen abzuschneiden? In einem Sport, der beherrscht ist von halbseidenen Managern, Beratern und Spielervermittlern und in dem Manipulationen auf dem Spielfeld praktisch nicht nachweisbar sind. Der verschossene Elfmeter, das nicht geahndete Handspiel, die falsche Abseitsentscheidung - all das gehört zum Fußball, und wer will schon mit Bestimmtheit sagen, dass es sich um einen Fehler oder um Absicht handelt.

Einer immerhin spricht Klartext, Hajo Sommers, der Präseident des Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen: "Es war ein Irrglaube, davon auszugehen, dass Wettmanipulationen aufhören, nur weil vor einigen Jahren mal zwei Betrüger verhaftet worden sind. Solange gewettet werden kann und es geldgeile Menschen gibt, wird weiter versucht, auf diese Art zu betrügen."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Fotografien, schöner als die Wirklichkeit

In der Regel sind Natur- und Landschaftsfotos ja nur ein Abklatsch der (subjektiven) Realität. Bei der Neubrandenburgerin Kerstin Enderlein ist es umgekehrt. Ich habe selten bei einem Fotografen oder einer Fotografin so viele großartige Bilder gesehen. Als Beispiel sei hier auf ihre Galerie mit Rügen-Bildern bei flickr verwiesen. In ihrem Profil betont sie übrigens, dass sie sich nicht der HDR-Technik bedient. Der Hinweis ist durchaus von Bedeutung, denn für Otto Normalfotograf ist nur schwer vorstellbar, mit normalen Mitteln soviel Bild aus einem Motiv herauszuholen.

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Mit Arsch in der Hose zum Discounter

Die Neu-Bundestagsabgeordnete der Linken, Halina Wawzyniak, erzählt in ihrem Blog von einem Laptop-Kauf bei Saturn:

Als ich die Rechnungsadresse des Bundestages angab wurde ich gefragt, ob ich da arbeite. Als ich dies bejahte wurde mir ein 10%iger Rabatt angeboten. Das fand ich dann doch unverschämt und habe gesagt, dass ich diesen Rabatt nicht möchte.

Ja, das kann man so oder so sehen. Hier handelt es sich ja offensichtlich nicht um einen persönlichen Rabatt, aus dem man irgendwelche Abhängigkeiten ableiten könnte, sondern um einen organisationsbezogenen, der wahrscheinlich auch anderen größeren Organisationen und Unternehmen eingeräumt wird. Und da die Sachleistungskonten der Abgeordneten ja wohl aus Steuermitteln bestückt werden, könnte man auch sagen, dass hier einfach mal Geld des Steuerzahlers verschenkt wurde.

Zugegeben, in der Situation sicher keine leichte Entscheidung, aber - hey, solche Probleme - nehme ich den gebotenen Rabatt an oder nicht? - hätte unsereiner doch gerne.

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So macht man die Welle

Ist Google Wave das nächste große Ding? Man weiß es (noch) nicht, was aber auch an den bisher eher oberflächlichen, "nerdigen" Beiträgen dazu liegen mag. Ich selbst halte den Ansatz von Wave zwar für grundsätzlich interessant, es hat mich aber mangels Zeit und Spieltrieb noch nicht so gejuckt, dass ich mich um einen Zugang bemüht hätte. Stefan Münz hingegen hat sich Wave mal genauer angeschaut und auf seinem Blog Webkompetenz eine sehr gelungene Einführung dazu verfasst.

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