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Neulich im Torpedoraum

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Das Internet: Ein rechtsanwaltsfreier Raum

... Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Apropos: Fallen Träume eigentlich unter Meinungsfreiheit? Also, rein juristisch betrachtet. Wen könnte man denn da mal fragen? Ganz sicher nicht die Anwältin, die den weltbekannten Spielbekleidungshersteller JAKO in der Sache gegen den Fußballblogger Trainer Baade vertritt.

Wie, Sie kennen weder JAKO noch Baade? Sollten Sie aber, denn beide sind immerhin so berühmt, dass eine harmlose, wenn auch nicht unbedingt schmeichelhafte Äußerung von Baade über JAKO zu ernsten wirtschaftlichen Schäden dieses Unternehmens führt. Womit wir wieder bei der Meinungsfreiheit wären und den Gründen, warum ich besagte Anwältin für nicht geeignet halte, mir grundlegende juristische Fragen zu beantworten. Sie ist nämlich der Meinung Auffassung, dass der Satz „JAKO war schon immer das Aldi oder Lidl unter den Sportausrüstern“ nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt, sondern als unzulässige Schmähkritik einzustufen ist. Und eine solche hat ihren Preis: 1.940,80 Euro, um genau zu sein. Natürlich ohne Extras. Die werden gesondert berechnet. So kostet es beispielweise noch mal 5.100,00 Euro*, wenn sich der Beitrag mitsamt dem beanstandeten Zitat später auf irgendeiner Aggregator-Site wiederfindet. Dafür kann Baade zwar nichts, und sowas ist auch kaum zu verhindern, aber, so die überzeugende Argumentation der kompetenten Anwältin, er hätte halt das Internet(!) prüfen müssen. Genau, soviel Zeit muss sein, wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Aber noch mal zur Sache und dem beanstandeten Zitat. Ich geb's ja nur ungern zu - Asche auf mein Haupt -, aber mir war die Firma JAKO bis dato auch gänzlich unbekannt und insofern auch völlig schnurz. Um die Scharte auszuwetzen, habe ich jetzt umso intensiver recherchiert und muss sagen: Das Zitat ist natürlich völliger Unsinn. Aldi und Lidl gehören immerhin zu den Marktführern ihrer Branche und stehen für gute Qualität zum kleinen Preis. Nichts davon trifft auf JAKO zu.

Also, Trainer, das nächste Mal besser recherchieren, gelle!

PS: Dieser Beitrag gibt meine persönliche Meinung als Privatperson wieder. Im Zweifelsfall gilt der Grundsatz: Alles nur geträumt.

* Die Gewährung von Mengenrabatten liegt im Ermessen der rechnungstellenden Kanzlei.

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Liebling der Woche: Charlotte Roche

Charlotte Roche in einem Spiegel-Interview über die Bild-Zeitung (via Bildblog):

SPIEGEL: Wie finden Sie die aktuelle "Bild"-Werbekampagne mit Prominenten?

Roche: Widerlich. Es gibt eine Liste in meinem Kopf, und da werden Personen gestrichen: Supernanny – fand ich nett, ist jetzt gestorben. Werbung für "Bild", völlig untendurch, egal, was die noch sagt. Es sind ja auch Leute darunter, die selbst viel gegen "Bild" klagen. Das ist doch eine fiese Doppelmoral. [...]

Dem ist von meiner Seite nichts hinzuzufügen.

[...] Es arbeiten sicher ganz nette und unschuldige Menschen dort. Sie kommen trotzdem alle in die Hölle. Ich rede mit denen niemals. Das ganze Blatt basiert nur auf Esoterik, auf Fragen wie: "Wer ist gestorben?", "Wer hat geil Krebs?" und "Wer hat sich getrennt?"

Ich habe eben spontan beschlossen, Charlotte Roche ab sofort zu mögen.

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Farbenspiele

Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün, Schwarz-Gelb-Grün, Schwarz-Rot, Rot-Schwarz, Rot-Rot, Rot-Gelb, Rot-Grün, Rot-Gelb-Grün ... Hab ich was vergessen? Die politische Landschaft in Deutschland ist bunter geworden. Leider nur optisch. Und auf die braunen Kleckse könnte ich sowieso gut verzichten. Erinnert mich an Fliegenschiss. Nicht nur optisch.


Grafik: ARD

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Guten Tag, ich funktioniere sehr gut


... steht auf dem Blatt, das in die alte Schreibmaschine eingespannt ist (gesehen auf dem Boxi-Flohmarkt in F'hain).

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Risse im Elfenbeinturm

Vor zwei Wochen erschien in der SZ ein Artikel von Detlef Esslinger mit dem Titel „Journalistik, ein Leerfach“. Darin stellt er mit spitzer Feder den Sinn und die Relevanz des traditionellen Journalistik-Studiums in Frage und schließt mit der Empfehlung:

Der Journalismus mag sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert haben, der klassische und beste Weg aber ist derselbe geblieben: ein Fach von Belang studieren, parallel dazu mit Praktika und freier Mitarbeit Erfahrungen sammeln, danach ein Volontariat oder der Besuch einer Journalistenschule.

Die Reaktion des Lehrkörpers ließ nicht lange auf sich warten. Kaum zehn Tage später meldet sich Klaus Meier, Professor für Journalistik und Autor eines Journalistik-Lehrbuchs, in seinem Blog mit einem Pamphlet gekränkter Eitelkeit zu Wort (immerhin, er hat ein Blog). Gespickt mit persönlichen Anfeindungen doziert er über Joseph Pulitzer, Journalisten-Ausbildung in den USA und die Geschichte der Menscheit. Oder so. Kurzum: belehrend, langweilig und humorlos - akademisch eben.

Also, wenn ich angehender Student wäre und vor der Entscheidung stünde, mich mit einem Volontariat bei Esslingers oder einem Studium bei Meiers in Sachen Journalismus ausbilden zu lassen - ich wüsste, was ich zu tun hätte.

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All you can buy (2)

Vor kurzem hatte ich ja schon mal über einen Fall erstaunlicher Ignoranz eines Webshop-Betreibers gegenüber Anfragen potentieller Kunden berichtet. Gestern nun ein neuer Fall, etwas anders gelagert, aber nicht minder erstaunlich.

Kurze Vorgeschichte: Demnächst ist bei mir ein neuer Rechner fällig. Vielleicht sogar in Kürze. Ich bin allerdings unschlüssig, ob es wieder ein Mac wird. Um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, habe ich mich im Netz mal über Konfigurationen, Preise und Bezugsmöglichkeiten informiert. Eine meiner Anlaufstellen war ein kleinerer Mac-Händler mit zwei Filialen in Berlin, eine davon quasi hier bei mir um die Ecke. Ich habe dort auch schon ein paar mal was gekauft. Software, Tastatur, USB-Hub - Kleinkram halt. Persönlich bekannt bin ich in dem Laden nicht. Nun hat dieser Händler auch einen Webshop, was lag also näher, sich da mal über aktuelle Mac-Angebote zu informieren. Denn wenn ich mich doch wieder für Apple entscheiden sollte, dann ist es ja von Vorteil, den Lieferanten in der Nähe zu haben. Und preislich nehmen sich die Anbieter ja sowieso nicht viel.

Ich habe also besagte Website besucht und bin dabei so ganz nebenbei über ein sehr günstiges Angebot für eine kleine, externe Festplatte gestolpert. Die würde gut zu meinem Netbook passen. Da ich aus eigener Erfahrung nun aber weiß, dass in dieser Filiale verständlicherweise nicht immer alle Artikel vorrätig sind, schrieb ich eine kurze Mail:

Schönen guten Tag,

bei der Suche nach aktuellen iMac-Angeboten habe ich in Ihrem Online-Store die [Festplatte] entdeckt. Ist es möglich, zwei Stück vorzubestellen und in den nächsten Tagen in der [Filiale] abzuholen? Oder sind sie dort gar vorrätig?

Und wenn ich gerade dabei bin: Liefern Sie neue iMacs mit Snow Leopard aus?

Beste Grüße

[komplette Signatur mit Adresse, Telefonnummer usw.]


Die Antwort des Geschäftsführers(!) ließ auch nicht lange auf sich warten (knapp 2 Stunden). Wortlaut (sic!):

HALLO DIE PLATTEN SIND VORRÄTIG

Das war's. Ende der Durchsage. Gut, die für mich in dem Moment wichtigste Frage war beantwortet, insofern will ich mich gar nicht beklagen. Aber - du lieber Himmel, da war doch viel mehr drin!

Ich selbst wäre mit Sicherheit ein lausiger Verkäufer, aber wenn ich in der Funktion so eine Mail bekäme, dann würde ich hellhörig und würde nicht nur die zweite Frage nach dem iMac beantworten, sondern das auch noch mit einem Angebot verbinden. Oder mit einer Einladung, sich das neue Betriebssystem doch mal live anzusehen. Oder was auch immer. Es gäbe da wirklich unendlich viele Möglichkeiten.

Und wenn man's mit dem Schreiben vielleicht nicht so hat, dann greift man eben zum Telefon und ruft den Interessenten schnell mal an. Das wäre im gegebenen Zusammenhang völlig in Ordnung gewesen, schließlich hatte ich ja eine Frage gestellt und meine kompletten Kontaktdaten angegeben.

Aber nein. Nichts von alledem. Die Platten sind vorrätig. Immerhin. Ich werde wohl eine kaufen. Es ist aber tatsächlich gut möglich, dass ich mich bei einer geschickten, positiven Herangehensweise des Verkäufers auch von mehr hätte überzeugen lassen. Vielleicht habe ich mir das in meiner Unentschlossenheit sogar gewünscht. Als Kunde funktionieren bei mir ja die selben Mechanismen wie bei allen anderen.

Aber das werden wir jetzt wohl nicht mehr herausfinden. Es ist wirklich ein Trauerspiel. Daran, dass im Internet Leute zu Verkäufern werden, die eigentlich gar nicht dafür gemacht sind, hat man sich ja schon gewöhnt. Aber hier handelt es sich ja sogar um klassischen Einzelhandel, Old Economy sozusagen. Die Kombination mit dem Internet als zusätzlichem Kommunikationsmedium bietet eigentlich ideale Voraussetzungen für optimale Service-Angebote und einen intensiven Kundendialog. Theoretisch jedenfalls.

Aber man müsste die Chancen natürlich auch nutzen. So kann ich auch bei irgend einem Versandhändler bestellen und dabei noch 50 Euro sparen. Wundert sich da jemand über den Niedergang des klassischen Fachhandels? Ich nicht.

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Burdas großer Wurf aus dem Glashaus

Keine sechs Wochen ist es her, dass sich der Verleger Hubert Burda bitter über Google als News-Aggregator beklagte und eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen des Internet-Konzerns forderte. Heute zeigt Burda den Mittelfinger und gibt auf meedia.de den bevorstehenden Launch eines neuen Finanznachrichtendienstes bekannt. Headline: „Finanzen100 - Burdas großer Wurf“

Denn die Newssuche aggregiert zum Start bereits Inhalte aus rund 12.500 Quellen. Sie setzten sich zusammen aus 450 Pressequellen (aus Deutschland und England), Foren-Inhalten, Blog-Postings und Adhoc-Meldungen. Darüber hinaus durchstöbert der Finanzen100-Suchagent die Inhalte von Tausenden von Investor Relations-Seiten kleinerer Aktienfirmen [...] Finanzieren soll sich das Angebot ausschließlich über Werbung.

Über eine Beteiligung der News-Lieferanten an den Werbeumsätzen ist leider nichts bekannt. MEEDIA hielt das wohl für nicht interessant genug, um vor Veröffentlichung des PR-Beitrags Artikels nochmal nachzufragen.

Der DJV-Vorsitzende Michael Konken, der seinerzeit auf den von Burda gesteuerten Google-Zug aufgesprungen war, dürfte jetzt ziemlich belämmert irgendwo in einem abgehängten Wagen auf dem Abstellgleis sitzen. Aber im Existenzkampf der Verlage kann auf Einzelschicksale keine Rücksicht genommen werden.

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Welcher Lerntyp sind Sie?

Beim Stöbern durch alte PDF-Dokumente in Yep bin ich auf das Ergebnis eines Lerntyptests gestoßen, den ich im vergangenen Jahr spaßeshalber mal bei ed-lab gemacht hatte. Leider scheint er nicht mehr online zu sein. Das ist insofern schade, als dieser Test in meiner Erinnerung etwas umfangreicher, von der Herangehensweise schlüssiger und im Ergebnis  deutlich aussagekräftiger war als die üblichen Hören-Sehen-Machen-Abfragen. Wer sowieso schon weiß, dass er sich beispielsweise Bilder am besten merken kann, der braucht keinen Test, der ihm sagt, dass er - Überraschung! - der visuelle Typ ist.

Die Beurteilung kognitiver Fähigkeiten ausschließlich anhand subjektiv bevorzugter Sinnesorgane festzumachen, finde ich zu kurz gegriffen. Lernen ist viel mehr als rein funktionale, sinnesgesteuerte Handlung. Laut ed-lab-Test bin ich eher „Der Visionär“. Das klingt doll, meint aber vor allem eine intuitive, zusammenhangsorientierte Denk- und Herangehensweise. Und das ist in meinem Fall absolut zutreffend. Mit linearem Vorratslernen, wie es bei fast allen Arten institutionalisierter Bildung ja leider üblich ist, habe ich mich schon immer sehr schwer getan. Heute weiß ich, dass meine mäßigen schulischen Leistungen nicht auf Faulheit zurückzuführen waren. Also, jedenfalls nicht allein darauf ... ;-)

Wie gesagt, schade, dass der Test nicht mehr verfügbar ist. Ich hätte ihn auch gerne weiterempfohlen. Aber vielleicht gibt's ja woanders etwas Vergleichbares?

       

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Seehund

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