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So macht man die Welle

Ist Google Wave das nächste große Ding? Man weiß es (noch) nicht, was aber auch an den bisher eher oberflächlichen, "nerdigen" Beiträgen dazu liegen mag. Ich selbst halte den Ansatz von Wave zwar für grundsätzlich interessant, es hat mich aber mangels Zeit und Spieltrieb noch nicht so gejuckt, dass ich mich um einen Zugang bemüht hätte. Stefan Münz hingegen hat sich Wave mal genauer angeschaut und auf seinem Blog Webkompetenz eine sehr gelungene Einführung dazu verfasst.

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You have (1) new gift!


Danke Facebook, kein Interesse.

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Trends im Online-Journalismus

Interessante Präsentation von Ulrike Langer zur Verbreitung und Partizipation von Nachrichten im Web 2.0, zusammengestellt anlässlich ihres Vortrags beim Online-Workshop der ARD.ZDF medienakademie am 27.10.2009. Keine spektakulären Erkenntnisse, aber ein sehr guter, sachlicher Überblick jenseits von Hype und Horror.

Trends Im Online Journalismus 2.0

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Ertrunken im Web 2.1

Das Opfer: Hans-Martin Schulze, 24 Jahre alt, Pharmazie-Praktikant aus Oldenburg, Kandidat bei der Pro-Sieben-Samstagabend-Show "Schlag den Raab" und derzeit wohl einer der meistgehassten Menschen im deutschsprachigen Web 2.0. Die Täter: Gwendolin, alexcarn, drcox1882 und tausende, zumeist anonyme Internetnutzer, die den jungen Mann am vergangenen Wochenende auf Twitter, Youtube, Studivz oder Facebook in Echtzeit durch das soziale Netz fallen ließen. Dies ist ein Portrait über Webmobbing.

Die Effizienz eines Mediums sagt halt nichts über die Qualität der Inhalte aus, und sie macht die Nutzer auch nicht zu anderen Menschen, geschweige denn besseren. Und ich fürchte, nicht mal zu klügeren.

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Wahl-O-Mat: Entscheidungshilfe für Unentschlossene

Fidel hat mich mit einem Beitrag daran erinnert, dass ich ja auch mal den Wahl-O-Mat durchspielen wollte, ein Frage-Antwort-Tool, das einem zeigen soll, welche Parteien seinen politischen Positionen am nächsten stehen. Dazu werden nacheinander insgesamt 38 Aussagen genannt, zu denen man jeweils „Stimme zu“, „Stimme nicht zu“ oder „Neutral“ auswählen kann. Die Aussagen selbst sind einfach und verständlich formuliert. Einige Beispiele:

- Die Laufzeit der Atomkraftwerke soll verlängert werden.
- Deutschland soll aus der EU austreten.
- Die Bundeswehr soll sofort aus Afghanistan abgezogen werden.
- Die Steuern für Unternehmen sollen gesenkt werden.
- Die Bahn soll vollständig in staatlicher Hand sein.

Und so weiter. Zusätzlich kann man noch bestimmte Themenbereiche angeben, die einem besonders wichtig sind und die bei der Auswertung dann entsprechend stärker gewertet werden.

Zum Schluss wird die Anzahl der Übereinstimmungen mit den Positionen von bis zu acht verschiedenen Partien ausgewertet. Wobei, und das ist wichtig, diese Positionen von den Parteien selber zugearbeitet wurden und nicht etwa auf individuellen Interpretationen der Wahl-O-Mat-Macher beruhen. Träger des Projektes ist übrigens die Bundeszentrale für politische Bildung.

Ich habe insgesamt zwölf mal neutral geantwortet, also bei fast jeder dritten Aussage. Aber nicht etwa, weil mir die betreffenden Themen gleichgültig gewesen wären, sondern weil ich charakterbedingt nicht zu spontanen, womöglich ideologisch motivierten Reaktionen neige. Vermeintlich einfache Antworten auf komplexe Problemstellungen sind mir suspekt. Ich habe mich aber dennoch durchgekämpft, und hier ist die Auswertung (die roten Zahlen hinter den Balken sind eine Ergänzung von mir und stellen die Anzahl an Übereinstimmungen dar):

Auf den ersten Blick hat mich dieses Ergebnis dann doch sehr überrascht, denn eigentlich gehöre ich als Pragmatiker und leidenschaftlicher Differenzierer nicht zu den „typischen“ Linken. Und ich werde auch von anderen nicht so wahrgenommen. Man muss allerdings berücksichtigen, dass entscheidende emotionale Faktoren wie Sympathie, Glaubwürdigkeit, Kompetenz oder Vertrauen bei solchen Ja-Nein-Spielchen überhaupt keine Berücksichtigung finden. Mit der DKP zum Beispiel habe ich rein gar nichts am Hut, obwohl es formal viel Übereinstimmung gibt. Und die gemessen am Sympathiewert scheinbar hohe Übereinstimmung mit der NPD ist nur so erklären, dass die Rechtsradikalen zu allen Themen, die nicht unmittelbar ihr faschistisches Weltbild betreffen, eher opportunistische Positionen vertreten. So wollen sie zwar als einzige Partei aus der EU austreten und die D-Mark wiederhaben, andererseits aber natürlich Praxis- und Studiengebühren abschaffen. Damit lässt sich auf Plakaten ja auch prima werben. Meine gefühlte Übereinstimmung mit dieser Gruppierung, ich nennen sie ungerne Partei, liegt de facto bei Nullkommanull, also deutlich niedriger als bei der CDU/CSU, die hier aber erstaunlicherweise das Schlusslicht bildet. Mir war gar nicht bewusst, WIE weit ich politisch momentan von den „Christlichen“ tatsächlich entfernt bin. Das mag zum einen an den verschiedenen Strömungen innerhalb der Partei liegen, zum anderem aber sicher auch an den Wischi-Waschi-Positionen der Bundeskanzlerin, bei der man ja gar nicht weiß, wofür genau sie nun eigentlich steht.

Nicht wirklich überraschend, aber dennoch erwähnenswert: Für NPD und DKP ist die Demokratie der Bundesrepublik nicht die beste Staatsform. Also, nicht mal theoretisch. Da weiß man, was man zu erwarten hat.

Ob der Wahl-O-Mat tatsächlich als ernsthafte Entscheidungshilfe für Unentschlossene taugt, sei mal dahingestellt. Interessant ist er allemal, und mich hat das Ganze immerhin motiviert, mich mit bestimmen Themen doch noch mal etwas näher zu beschäftigen. Und es ist ja auch nicht so, als würden die Ergebnisse das tatsächliche Empfinden völlig auf den Kopf stellen. Eine Tendenz zumindest sollte in jedem Fall erkennbar sein.

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Das Internet: Ein rechtsanwaltsfreier Raum

... Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Apropos: Fallen Träume eigentlich unter Meinungsfreiheit? Also, rein juristisch betrachtet. Wen könnte man denn da mal fragen? Ganz sicher nicht die Anwältin, die den weltbekannten Spielbekleidungshersteller JAKO in der Sache gegen den Fußballblogger Trainer Baade vertritt.

Wie, Sie kennen weder JAKO noch Baade? Sollten Sie aber, denn beide sind immerhin so berühmt, dass eine harmlose, wenn auch nicht unbedingt schmeichelhafte Äußerung von Baade über JAKO zu ernsten wirtschaftlichen Schäden dieses Unternehmens führt. Womit wir wieder bei der Meinungsfreiheit wären und den Gründen, warum ich besagte Anwältin für nicht geeignet halte, mir grundlegende juristische Fragen zu beantworten. Sie ist nämlich der Meinung Auffassung, dass der Satz „JAKO war schon immer das Aldi oder Lidl unter den Sportausrüstern“ nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt, sondern als unzulässige Schmähkritik einzustufen ist. Und eine solche hat ihren Preis: 1.940,80 Euro, um genau zu sein. Natürlich ohne Extras. Die werden gesondert berechnet. So kostet es beispielweise noch mal 5.100,00 Euro*, wenn sich der Beitrag mitsamt dem beanstandeten Zitat später auf irgendeiner Aggregator-Site wiederfindet. Dafür kann Baade zwar nichts, und sowas ist auch kaum zu verhindern, aber, so die überzeugende Argumentation der kompetenten Anwältin, er hätte halt das Internet(!) prüfen müssen. Genau, soviel Zeit muss sein, wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Aber noch mal zur Sache und dem beanstandeten Zitat. Ich geb's ja nur ungern zu - Asche auf mein Haupt -, aber mir war die Firma JAKO bis dato auch gänzlich unbekannt und insofern auch völlig schnurz. Um die Scharte auszuwetzen, habe ich jetzt umso intensiver recherchiert und muss sagen: Das Zitat ist natürlich völliger Unsinn. Aldi und Lidl gehören immerhin zu den Marktführern ihrer Branche und stehen für gute Qualität zum kleinen Preis. Nichts davon trifft auf JAKO zu.

Also, Trainer, das nächste Mal besser recherchieren, gelle!

PS: Dieser Beitrag gibt meine persönliche Meinung als Privatperson wieder. Im Zweifelsfall gilt der Grundsatz: Alles nur geträumt.

* Die Gewährung von Mengenrabatten liegt im Ermessen der rechnungstellenden Kanzlei.

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Burdas großer Wurf aus dem Glashaus

Keine sechs Wochen ist es her, dass sich der Verleger Hubert Burda bitter über Google als News-Aggregator beklagte und eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen des Internet-Konzerns forderte. Heute zeigt Burda den Mittelfinger und gibt auf meedia.de den bevorstehenden Launch eines neuen Finanznachrichtendienstes bekannt. Headline: „Finanzen100 - Burdas großer Wurf“

Denn die Newssuche aggregiert zum Start bereits Inhalte aus rund 12.500 Quellen. Sie setzten sich zusammen aus 450 Pressequellen (aus Deutschland und England), Foren-Inhalten, Blog-Postings und Adhoc-Meldungen. Darüber hinaus durchstöbert der Finanzen100-Suchagent die Inhalte von Tausenden von Investor Relations-Seiten kleinerer Aktienfirmen [...] Finanzieren soll sich das Angebot ausschließlich über Werbung.

Über eine Beteiligung der News-Lieferanten an den Werbeumsätzen ist leider nichts bekannt. MEEDIA hielt das wohl für nicht interessant genug, um vor Veröffentlichung des PR-Beitrags Artikels nochmal nachzufragen.

Der DJV-Vorsitzende Michael Konken, der seinerzeit auf den von Burda gesteuerten Google-Zug aufgesprungen war, dürfte jetzt ziemlich belämmert irgendwo in einem abgehängten Wagen auf dem Abstellgleis sitzen. Aber im Existenzkampf der Verlage kann auf Einzelschicksale keine Rücksicht genommen werden.

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Der Auftrag (Drama in einem Akt)

Opa Konstantin erzählt mal wieder von früher („wir hatten ja gar nix!“) und auf fokussiert.com läuft eine Diskussion über Experten-Habitus im Allgemeinen und im Besonderen. Dieses Zusammentreffen der Themen „Damals“ und „Profi“ hat mich an ein fast vergessenes Werk von zeitloser Tiefgründigkeit erinnert, welches ich kurz nach der Jahrtausendwende verbrochenfasst habe, zu einer Zeit, als plötzlich jeder Schrauber zum „Webdesigner“ und jede Schilderbude zur Marketing-Agentur wurde.

Ein guter Zeitpunkt, es wieder mal aus der Schublade zu kramen und ans gleißende Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Denn soo viel hat sich seit dem ja gar nicht verändert ...


DER AUFTRAG (Drama in einem Akt)

Personen:

M., Webdesigner, Mitte 20, Nike-Turnschuhe, Jeans und Lacoste-Shirt
S., Handwerker, Anfang 50, Arbeitsschuhe, Flanellhemd und Blaumann

Ort: Eine Kleinstadt in D.

Zeit: Gegenwart [so um 2001/2002]


ERSTER UND EINZIGER AKT

[Vorhang geht hoch: Ein schäbiges Büro, schnummriges Licht, durch Zigarettenqualm zusätzlich vernebelt, mehrere Computerbildschirme, zugemüllter Schreibtisch, Gläser, Kaffetassen, volle Aschenbecher, überall liegen Fachbücher und -zeitschriften gestapelt.]

M. [sitzt am Schreibtisch und haut mit der flachen Hand auf den Monitor]: "Mist!"

[Es klopft, S. steckt den Kopf durch die Tür]

S.: "Guten Tag, bin ich hier richtig? Der Handwerker, ich hatte angerufen ..."

M [springt auf]: "Aber sicher, immer rein in die gute Stube! [schüttelt S. die Hand] Schön, dass Sie doch noch kommen konnten!"

S. [tritt ein]: "Ja, also, man hat mir gesagt ..."

M. [lacht gönnerhaft]: "Ja ja, ich weiß schon, Sie wollen auch endlich ins Netz. Goldrichtige Entscheidung. Geht ja gar nicht mehr anders, heutzutage. Gerade als Handwerker! No Problem, da sind Sie bei mir genau richtig!"

S.: "Ja, schon, aber ..."

M.: "Naa, nicht gleich so negativ. Tut doch nicht weh! [lacht und klopft S. jovial auf die Schulter] Am besten, Sie setzen sich erst mal." [drückt S. auf den Besucherstuhl]

S. [lächelt gequält]: "Wenn Sie meinen ..."

M.: "No Problem. [setzt sich auch] Käffchen?"

S.: "Nein, danke, aber wenn Sie vielleicht ein Bier ...?"

M.: "Haach, zu dumm, hab' gerade heute Morgen das letzte getrunken, sorry" [zuckt bedauernd die Schultern]

S.: "Macht nichts, ich wollte ja sowieso ..."

M.: "Genau mein Motto, keine Zeit vergeuden, am besten gleich gleich zur Sache kommen. [lacht] Wo lassen Sie denn hosten?"

S.: "Äh, was bitte?"

M.: "Na Hosting, Webspace, virtueller Server - Sie wissen schon."

S. [verwirrt]: "Also, äh - so auf Anhieb ..."

M. [mitleidiger Blick]: "Ach so, verstehe ... [dann kumpelhaft:] Na, macht ja nix. Ich kümmere mich um alles, no Problem. Full Service sozusagen [verschwörerisch:] Ich hab da einen Provider an der Hand - Top-Sörver, sag ich Ihnen: Pe-Ha-Pee, Mai-es-kuh-ell, Pörl, Pe-oh-pee und Speicher ohne Ende. Und Kronndschobbs. Und freie Ze-ge-ihs, da können Sie coden, bis der Arzt kommt. [lacht] Und der Hammer: Mit echter Ai-Pih! Läuft natürlich alles auf Linux."

S.: "Na ja ..."

M. [kühl]: "Hm, wenn's unbedingt sein muss, geht auch Windows ..."

S. [freudig]: "Windows kenn' ich!"

M. [pikiert]: "Na bitte - no Problem. [sammelt sich] Wie soll sie denn eigentlich heißen?"

S.: "Wer?"

M.: "Na, die Domain"

S.: "Tja, also, da weiß ich jetzt gar nicht ..."

M.: "No Problem. Da fällt mir schon noch was ein. Ich tscheck das nachher mal beim Deenick. Was halten Sie von nem Fläsch-Intro?"

S.: "Was ich - nun ja ..."

M.: "Fläsch ist absolut in. [insistierend:] Wenn man was richtig Innovatives haben will ..."

S. [lächelt unsicher]: "Wer will das nicht."

M. [frohlockt]: "Genau die richtige Einstellung, so ist's recht. [zerrt eifrig ein Notebook unter einem Stapel Zeitschriften hervor und klappt es auf] Ich zeig' Ihnen da mal was. Vielleicht doch 'n Käffchen?" [vertieft sich in sein Notebook]

S.: [schüttelt den Kopf, murmelt]: "Danke."

[Stille]

M.: "Ach, da isse ja!

S. [dreht sich zur Tür]: "Wer?"

M. [voller Stolz]: "Hier, das Fläsch-Intro, ist das nicht megacool? Hat mich volle drei Tage gekostet! [sieht S. erwartungsvoll an]

S.: "Mhmm, nett ..."

M. [erbost]: "Nett? Das ist der absolute Hammer! [gönnerhaft:] Na ja, Sie kennen sich halt nicht so aus."

S.: "Nein."

M. [besänftigt]: Also, dann machen wir das so. [zählt an den Fingern ab] Erstens Fläsch-Intro, dann die eigentliche Hompäidsch mit animierter Jott-Ess-Navi und fünf Seiten ..."

S. [irritiert]: "Fünf Seiten?"

M. [großzügig]: "Okay, sechs. No Problem. Plus Ze-ge-ih-Mäil mit allen Schikanen! Brauchen Sie einen Schopp?"

S.: "Einen - äh, nein, nicht, dass ich wüsste ..."

M. [ungebremst]: "Aber ein Gästebuch. Gästebuch kommt immer gut. Das sollte man auf jeden Fall haben. [erklärend:] Schon wegen dem Fiedbäck."

S. [blickt nervös auf die Uhr]: "Wenn Sie es sagen ..."

M.: "Genau, vertrauen Sie mir. Ich bin Experte, ich kenn mich da aus. Also ... [grabscht nach einem Zettel und notiert] Ein mal Fläsch-Intro, Hompäidsch, Jott-Ess-Navi, fünf Seiten ..."

S.: "Sechs!"

M.: "Was? Ach ja, SECHS Seiten, Pe-ha-pe, Ce-ge-iih-Formular, Gästebuch ... - Datenbank?"

S.: [zuckt mit den Schultern]

M.: "Also mit Datenbank. Kann man immer brauchen."

S.: "Sicher. Wir müssten aber jetzt mal kurz über ..."

M.: "Die Kosten, klar, no Problem, Meister [überfliegt den Zettel] Mit schlappen vier Mille sind Sie dabei!"

S.: [überrascht]: "So viel?"

M.: (beleidigt): "Also, hören Sie, ich bin schließlich Profi! Haben Sie eine Ahnung, wieviel Arbeit da drin steckt? Das haben Sie doch ruck zuck wieder raus! [beschwörend:] Ist doch Marketing!"

S.: [blickt auf seine Armbanduhr]: "Schon, aber ich müsste jetzt sowieso ..."

M.: "Na schön, tausend, weil Sie es sind. Aber dann ohne Fläsch!"

S.: "Wie, ohne Fläsch?"

M. [seufzt]: "Also schön, mit Fläsch. Aber ohne Datenbank!

S. [steht auf]: "Wie Sie meinen. Ich muss aber jetzt wirklich ..."

M. [springt auf, verzweifelt]: "Aber Sie müssen doch ins Internet! [stammelt] Das ... Das müssen doch alle. Ich bin wirklich gut. Ich kann echt super programmieren. Soll ich Ihnen noch mehr zeigen? Wie wär's mit rot? Ich habe da mal ein geiles Läiaut in rot gemacht. Oder mögen Sie etwa kein rot? ...

S. [tastet sich ängstlich zur Tür]: "Äh, doch, rot ist schön. Aber ...

M. [klammert sich an S. fest]: "Fünfhundert! Mein letztes Wort! In rot! Und ein Jahr Service!"

S. [schlägt panisch um sich]: "Lassen Sie mich los!"

M. [sinkt verzweifelt zu Boden]: "Sie können doch jetzt nicht einfach gehen. Warum sind Sie denn überhaupt gekommen, wenn Sie doch keine Internet-Seiten von mir wollen? Wir hatten doch telefoniert!" [weint bitterlich]

S. [verharrt überrascht]: Äh, das muss wohl jemand anders gewesen sein. Ich bin Installateur und sollte im Auftrag der Hausverwaltung nach der Heizung sehen!"

M.: [stiert S. mit irrem Blick verständnislos an]

S. [tröstend]: "Das wird schon wieder." [geht ab]

[M. sinkt schluchzend vollends zu Boden]

Vorhang ...

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Meisterhaft mappen auf dem iPhone

Mindmeister, mein Lieblings-Mindmapper im Web, ist jetzt auch als App für iPhone und iPod touch zu haben. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob es klug war, die Software selbst kostenpflichtig zu machen, statt sie bspw. an einen kostenpflichtigen Account zu binden, aber die Jungs werden sich schon was dabei gedacht haben. Mir ist es die 5,49 Euro jeden Fall wert, ich werde das am Wochenende mal testen.

Und sollten sich die anhaltenden Gerüchte um einen iPod Touch im Großformat tatsächlich bewahrheiten, dann wären solche Apps zweifellos die Gewinner.

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Radikale Entziehungskur: Eine Woche ohne!

Ja, man muss halt auf sich aufmerksam machen heutzutage. Irgendwie. PR heißt das wohl, und die gibt's manchmal sogar kostenlos. Wenn man eine gute Idee hat. So wie Albrecht Ude. Der Berliner „Journalist, Rechercheur und puristische Webentwickler“, so die Selbstdarstellung, hat es mit seiner Aktion immerhin bis auf golem.de geschafft.

„Eine Woche ohne“ schlägt Ude vor, und meint damit nicht etwa Sex, Drugs and Rock 'n' Roll, sondern - na klar, Google. Ja, eine ganze Woche lang sollen wir trocken bleiben, sprich: auf die Benutzung sämtlicher Google-Dienste verzichten. Keine Suche, keine Mails, keine Maps - nichts. Jedenfalls nicht mit Google. Als Ersatzdrogen empfiehlt er statt dessen u.a. Microsofts Bing, Yahoo, flickr, MetaGer und einige andere, zumeist englischsprachige Angebote.

Der Grund für die freiwillige Entziehungskur: „Die Verwertung von Nutzerdaten für die Werbung ist das Geschäftsmodell von Google – je weniger Daten Google über Sie hat, um so besser für Sie!“

Mag sein, Herr Ude, aber so ist das eben mit einer Sucht: Man kommt nicht so einfach davon los. Und in diesem Fall wüsste ich offen gestanden auch gar nicht, wieso ich das versuchen sollte. Ich nutze einige Google-Dienste eben weil ich das Geschäftsmodell kenne. Es gefällt mir nicht in allen Teilen, aber ich verstehe es und kann es für mich bewerten. Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern, bei denen ich überhaupt keine Ahnung habe, womit sie eigentlich Geld verdienen (wollen) und was sie mit meinen Daten machen. Vor diesem Hintergrund habe ich irgendwann beschlossen, mich ein Stück weit auf die neue, digitale Parallelwelt einzulassen, ihre Vorteile für mich zu nutzen und auch die damit verbundenen Risiken in Kauf zu nehmen.

Sie mögen das leichtsinnig finden, aber - unter uns: Da scheiß ich drauf. Ich bewege mich seit fünfzehn Jahren im Web und habe auch sonst schon einiges erlebt. Da brauche ich niemanden mehr, der mir sagt, was gut für mich ist.

Und wenn Sie mir entgegen rufen „Entdecken Sie die echte Vielfalt des Netzes!“, dann rufe ich zurück: Danke, hab' ich schon. Und Google ist für mich ein Teil dieser Vielfalt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Übrigens: Ob sich der DJV dem Aufruf von Herrn Ude anschließen wird, war bis Redaktionsschluss leider nicht bekannt. So ist das halt mit den alten Medien: Irgendwann ist Schluss.

In diesem Sinne - schönes Wochenende. Mit oder ohne Google.

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