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Neuer Schicksalschlag für den Fußball

Man hält es für unfassbar, ist erschüttert, vom Schlag getroffen und am Boden zerstört. Nein, das ist nicht etwa eine verspätete Zusammenfassung von Reaktionen auf den Tod Robert Enkes, sondern die Widergabe aktueller Kommentare zum Wettbetrugsskandal im Fußball, geäußert von Leuten, die das Geschäft sehr gut kennen und selbst viel Geld damit verdienen.

Also, da muss ich doch mal zurückfragen: Seid ihr wirklich so naiv oder tut ihr nur so? Was, bitteschön, ist denn überraschend daran, dass Kriminelle versuchen, sich auf ihre Weise ein Stück vom milliardenschweren Fußballkuchen abzuschneiden? In einem Sport, der beherrscht ist von halbseidenen Managern, Beratern und Spielervermittlern und in dem Manipulationen auf dem Spielfeld praktisch nicht nachweisbar sind. Der verschossene Elfmeter, das nicht geahndete Handspiel, die falsche Abseitsentscheidung - all das gehört zum Fußball, und wer will schon mit Bestimmtheit sagen, dass es sich um einen Fehler oder um Absicht handelt.

Einer immerhin spricht Klartext, Hajo Sommers, der Präseident des Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen: "Es war ein Irrglaube, davon auszugehen, dass Wettmanipulationen aufhören, nur weil vor einigen Jahren mal zwei Betrüger verhaftet worden sind. Solange gewettet werden kann und es geldgeile Menschen gibt, wird weiter versucht, auf diese Art zu betrügen."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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The Beatles: Wiedervereinigung am 09.09.09

Unsummen wurden den Beatles nach der Trennung für einen einzigen Liveauftritt geboten. Beträge, gegen die selbst italienische Lotto-Jackpots wie die Portokasse eines mittleren Taubenzüchtervereins wirken. Leider vergeblich. Doch am nächsten Mittwoch, dem 09.09.09, soll es endlich wieder heißen: „Ladies and Gentlemen - The Beatles!“ Denn dann soll das Videospiel „The Beatles: Rockband“ vorgestellt werden, das die Fab Four virtuell wiederauferstehen lässt. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird man als Spieler dabei in die Rolle eines belieibigen Bandmitglieds schlüpfen und ein Instrument seiner Wahl spielen können. Als multimediale Karaoke-Variante sozusagen. Na ja ...


Außerdem erwartet man, dass an diesem Tag mit dem markanten Datum - möglicherweise von Steve Jobs himself - die Verfügbarkeit der gesammelten Beatles-Werke im iTunes-Store bekannt geben wird. Dieses Gerücht ist zwar schon so alt wie die Menschheit der iTunes Store, aber die technischen Voraussetzungen scheinen inzwischen immerhin tatsächlich erfüllt zu sein. Von wegen digitally remastered und so.

Einen eingefleischten Beatles-Fan wie mich lässt das alles relativ kalt. Ich habe die Beatles schon längst digital: Als MP3-Files in iTunes, hihi. Und wenn ich sie in Aktion sehen will, dann lege ich eine DVD der großartigen, fast 11-stündigen Anthology-Dokumentation ein. Genau, könnte ich eigentlich mal wieder machen. Also, ich bin dann mal weg ...

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Frauen sind doch nicht anders

In der Liebe wirkt der Urtrieb. Frauen suchen sich nach wie vor Männer, die gut verdienen und ihnen Sicherheit bieten können. In einer unserer Studien sollten Frauen verschiedene Männer bewerten. Erst trugen die Männer die Uniform von Burger King. Die Frauen sollten angeben, wen sie attraktiv finden. Keiner hatte eine Chance. Später trugen dieselben Männer feine Business-Anzüge mit einer teuren Uhr am Arm. Sie waren alle sexy.

... Erzählt die Psychologin und Bestseller-Autorin Susan Pinker in einem SZ-Interview.

Aber wieso braucht man dafür eine Studie? Hätte ich ihr auch so sagen können. ;-)

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Danke, Steffi!

Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben, wie man weiß. Und diese ist besonders gut.

Da ist eine Sportlerin, nennen wir sie Steffi, talentiert und schon in jungen Jahren recht erfolgreich, dann aber immer wieder zurückgeworfen durch Verletzungen und rätselhafte Leistungseinbrüche bei wichtigen Wettkämpfen. Die Nerven? Vielleicht. Erst mit Ende Zwanzig gelingt ihr der internationale Durchbruch. Ein dankbarer vierter Platz bei Olympia. Na bitte, es geht doch.

Und es geht noch besser. In den folgenden Jahren reiht sich Erfolg an Erfolg: Europameisterin, zweite und dritte Plätze bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen - das kann sich sehen lassen. Plötzlich interessieren sich auch die Medien für sie. Steffi spielt mit, lässt sich aber nie vereinnahmen. Sympathisch, intelligent und schlagfertig nutzt sie ihre Popularität nicht nur in eigener Sache, sondern auch als Botschafterin des Behindertensports. Sie wird mehrfach ausgezeichnet für ihre Fairness, ihr soziales Engagement und ihre vorbildliche Einstellung. Sie ist das, was man eine Vorzeige-Sportlerin nennt. Eine Persönlichkeit. Intelligent, selbstbewusst und engagiert.

Nur der ganz große sportliche Coup, bei Weltmeisterschaft oder Olympiade einmal ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, will ihr einfach nicht gelingen. Irgendeine ist immer besser. Da kann man nichts machen. The winner takes it all. Steffi hat sich damit abgefunden, weiß, dass es mit jedem Jahr schwieriger wird. Der Ehrgeiz ist nach wie vor da, aber nicht krankhaft. Es gibt wichtigere Dinge. Noch wichtigere. Und irgendwann muss ja mal Schluss sein.

Dann, mit 37, also der letzte große Wettkampf. Weltmeisterschaft im eigenen Land. Da will sie noch mal alles geben, möglichst viel Wettkampfatmosphäre aufsaugen und ihre großartige Karriere mit einem guten Ergebnis würdig beenden. Sie ist wie immer gut vorbereitet, und wer weiß, wenn's optimal läuft - vielleicht klappt's ja sogar nochmal mit einer Medaille. Das wäre doch ein schöner Abschluss.

Und das Unglaubliche geschieht. An diesem Tag ist keine besser als sie. Steffi wird Weltmeisterin. Zum ersten Mal, in ihrem letzten Wettkampf. Als eigentlich niemand mehr ernsthaft daran geglaubt hat. Eine kleine Sensation - und eine große Story. Die Medien werden sie „Gold-Mädel“ und „Unsere Steffi“ nennen, sie vor Fernsehkameras und Fotoapparate zerren, sie immer und immer wieder nach ihrem Gefühlsleben befragen, hastig zusammengeschnittene Portraits senden und nicht geführte Interviews mit ihr veröffentlichen. The winner takes it all. Sie wird das alles geduldig ertragen. Und in ein paar Tagen wieder auf dem Trainingsplatz stehen. Als Diplomsportlehrerin in der Behindertenabteilung ihres Heimatvereins. Dort, wo das echte Leben stattfindet.

Ich sage nur: Herzlichen Glückwunsch, Steffi Nerius, zum Weltmeistertitel. Selten habe ich es jemandem so gegönnt wie Ihnen. Ich - nein, wir werden Sie vermissen!

http://www.steffi-nerius.de

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Die Zukunft des Journalismus - ein Glücksspiel?

Der Verleger der "New York Daily News", Mortimer Zuckerman, glaubt, den Stein der Weisen zur Rettung der US- Zeitungen gefunden zu haben: Der Kongress soll den Verlagen erlauben, ihre Web-Portale als Kasinos - mit Glücksspielen und Wetten online - zu nutzen. "Das würde jede Zeitung in Amerika retten", sagte Zuckerman der Zeitschrift "Forbes". Kasinos seien schon für darbende Indianer-Reservate die ökonomische Rettung gewesen. [...]

via SPIEGELonline

Ob das die Lösung ist? Wetteinsätze nimmt die NY Daily News ab sofort auf ihrer Website entgegen.

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Berlin eröffnet neue Touristenattraktion

Den Steuerzahler kostete diese Drei-Minuten-Fahrt 320 Millionen Euro und starke Nerven. Insgesamt dauerte der U-Bahn-Bau 13 lange Jahre. [...] Für Verkehrsexperten ist die Mini-Strecke sogar einmalig in Europa und erinnert sie an einen Schildbürgerstreich. Berlin ist wohl die einzige Stadt, die U-Bahn-Waggons von einem Lastkran mit Stahlseilen in die Unterwelt hieven muss.

via n-tv

Da soll noch mal einer sagen, Berlin wäre arm. Ha! Welche andere Stadt kann sich schon eine Modellbahn im Maßstab 1:1 leisten?

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Bedenklich: Berlin baut Betten wie bekloppt

Derzeit gibt es etwa 102 000 Hotelbetten in Berlin, 30 000 mehr als in Manhattan und Brooklyn – oder in Berlin vor rund fünf Jahren. Die durchschnittliche Auslastung beträgt knapp 55 Prozent. Der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes, Willy Weiland („Intercontinental“), weiß nicht, wie lange das noch gut geht.

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Maybe I'm Amazed

Einer der Songs, mit denen Paul McCartney sich Mitte der 70er Jahre wieder auf Beatles-Niveau katapultiert und die Linie von Hey Jude und Let It Be fortgesetzt hat. Und übrigens auch einer wenigen Songs, die live deutlich besser klingen als die Studioaufnahme. Was aber nicht etwa daran liegt, dass die Live-Auftritte so schlecht gewesen wären, sondern an der Qualität der Kompositionen, Arrangements und nicht zuletzt der Musiker. Alle drei Faktoren griffen so gut ineinander, dass die Songs praktisch immer gleich klangen, egal wo sie gespielt und aufgenommen wurden. Bei Maybe I'm Amazed ist das insofern anders, als McCartney den Titel später immer deutlich intensiver, „balladiger“ gespielt hat als in der usprünglichen, nach meinem Empfinden etwas lieblosen Studio-Version. Vermutlich hat ihm die später selbst nicht mehr gefallen. Hier also besagte Live-Version, aufgenommen während der Wings-Over-America-Tournee 1976 in Seattle.

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Öffentlich-rechtliches Qualitätsfernsehen

Ein Auszug aus dem heutigen Fernsehprogramm der ARD:

09:05 Rote Rosen, Soap (Wdh.)
10:03 Brisant, Boulevardmagazin (Wdh.)
10:20 Ja, ja, die Liebe in Tirol, Spielfilm D 1955
12:15 ARD-Buffet, Leben und genießen
13:00 ZDF-Mittagsmagazin
14:10 Rote Rosen, Soap
15:10 Sturm der Liebe, Soap
17:15 Brisant, Boulevardmagazin
18:00 Verbotene Liebe, Soap
18:25 Marienhof, Soap
18:50 Eine für alle, Soap
19:20 Das Quiz mit Jörg Pilawa
20:15 Pilawas große Weltreise, das ultimative Sommerquiz

Damit kein Missverständnis entsteht: Ich bin prinzipiell für Rundfunkgebühren. Eigentlich. Aber kann mir mal jemand sagen, wofür die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten rund 7,5 Mrd. EUR (in Worten: siebeneinhalb Milliarden Euro) im Jahr verbraten und 25.000 Mitarbeiter beschäftigen?

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Die spinnen, die Blogger

Lustig: Eine mittelmäßig prominente Bloggerin macht ebenso bescheuerte wie belanglose Werbung für Vodafone, wird dafür von weniger prominenten Bloggern verbal gesteinigt und zieht sich ob der Beschimpfungen beleidigt aus Klein-Bloggersdorf zurück, woraufhin etwas prominentere Blogger den weniger prominenten eine schlechte Erziehung vorwerfen und feststellen, dass die mittelmäßig prominente Bloggerin doch schließlich machen könne, was sie wolle.

Hallo? Wer sind die eigentlich? Dürfen die das? Wo liegt denn dieses Klein-Bloggersdorf überhaupt?

Ich oute mich jetzt mal als Misanthrop: Das Internet ist ein Medium, die so genannte Blogosphäre ein virtueller Stammtisch. Warum, bitteschön, sollte da weniger von Intoleranz, Neid und Häme geprägte Scheiße geredet werden als an realen Stammtischen? Es sind doch die selben Leute: Besserwisser, Möchtegerne, Berufene, Intellektuelle, Selbstdarsteller, Spinner, Mitläufer ... Bitte? Ja, ein paar Nette sind auch dabei. Es gibt also noch Hoffnung. Gab es immer.

Was lernen wir daraus? Ein Misanthrop muss nicht zwingend auch ein Fatalist sein. ;-)

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